Das DRK übte in Heppenheim mit sechs weiteren hessischen Kreisverbänden die Beantwortung von Suchanfragen infolge einer Großschadenslage. Größte Übung dieser Art in Südhessen.

Für normale Schadenslagen ist der Kreis Bergstraße gerüstet. Was aber geschieht, wenn sich in der Region ein Unglück mit zahlreichen Verletzten und mehreren Toten ereignet und hunderte Angehörige Informationen zum Verbleib ihrer Familienmitglieder einfordern? Einen solchen Ernstfall probte nun das Kreisauskunftsbüro (KAB) in Heppenheim. Dreißig Ehrenamtliche beantworteten an Telefonen und bearbeiteten an Computern fiktive Suchanfragen von Angehörigen und der Polizei. Auch die Erstellung der vom Katastrophenschutzstab des Landratsamtes im Ernstfall angeforderten Lageberichte übten die freiwiligen Helfer.

Angenommen wurde die Notlandung eines Passagierflugzeuges auf einem fiktiven Flughafen in Auerbach. Insgesamt wurden 106 Betroffene und etwa 132 Helfer erfasst. Von rund 57 Suchanfragen konnten 56 Fälle geklärt und Auskunft erteilt werden. Die besorgten Familienangehörigen mit der gesuchten Person zu verbinden, wie dies die telefonische Auskunft im Normalfall anbietet, konnten die Helfer nicht. Dies gehört nicht zu ihren Aufgaben. Das simulierte Szenario auf der Rollbahn war aber auch alles andere als der Normalfall. In den Räumlichkeiten des DRK-Kreisverbandes in der Boschstraße trafen ständig neue Statisten ein, die in ihrer gut gespielten Rolle Vermisstenmeldungen zu Protokoll gaben. Die Telefone läuteten ununterbrochen. Für die authentischen Rahmenbedingungen hatte Michael Wetzel gesorgt. Der stellvertretende KAB-Leiter arbeitete im Vorfeld alle Verletzten- und Begleitkarten aus und spielte diese zu verschiedenen Zeitpunkten in den Übungsverlauf ein. Die Telefone klingelten ebenfalls auf Bestellung.

Uebung 052013
KAB-Mitglieder an ihren Einsatzplätzen während der Großübung in Heppenheim.

„Dies war eine isolierte Übung, bei der wir uns voll auf unsere Arbeit als KAB konzentrieren konnten. Die simulierte Großschadenslage stellte eine Herausforderung dar, die von allen Beteiligten mit Bravour gemeistert wurde", lobte Christiane Dreiling die Ehrenamtlichen. Die Mitglieder des Bergsträßer KAB sind nicht einzig nach Unfällen aktiv. Sie unterstützten auch schon eine Radsportveranstaltung in Lorsch oder den Marathon in Frankfurt. Die KAB-Leiterin unterstrich dabei den wichtigsten Grundsatz ihrer Arbeit: „Wir geben immer nur Auskünfte zum Aufenthaltsort, niemals zum Gesundheitszustand einer Person". Neben Klaus Golisch, dem DRK-Landesleiter der hessischen KAB, machten sich auch der stellvertretende Kreisvorsitzende Arno Gutsche und DRK-Kreisgeschäftsführer Ulrich Bergmann vor Ort ein Bild vom Verlauf der Übung. „Ein solches Szenario, wie es hier authentisch geprobt wird, trat bei uns an der Bergstraße glücklicherweise noch nie ein. Trotzdem ist es wichtig, die Abläufe einzustudieren. Die Ehrenamtlichen leisten hier einen großen Dienst, der vom hauptamtlichen Rettungsdienstpersonal im Ernstfall nicht erbracht werden könnte", lobte Gutsche den Einsatz der Aktiven.

Teilnehmer 052013
Sieben DRK-Kreisverbände aus Süd- und Mittelhessen probten in Heppenheim den Ernstfall.

Das Rote Kreuz organisiert bundesweit die Kreisauskunftsbüros. Das Bergsträßer KAB wurde 2007 gegründet. Alle zwei Jahre kommen die DRK-Kreisverbände Groß-Gerau, Offenbach, Friedberg, Limburg, Rheingau-Taunus und Main-Taunus zu einer gemeinsamen Großübung in Heppenheim zusammen. Die nächste Übung soll aller Voraussicht nach 2015 stattfinden.

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